Juristen fordern das europäische Urheberrecht muss reformiert werden

Köln – Das europäische Urheberrecht muss reformiert werden, um der digitalen Welt gerecht zu werden. Das haben Juristen beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig gefordert. Ziele seien dabei der Schutz der Interessen von Urhebern und Produzenten – und eine Entkriminalisierung der Nutzer. Die Anpassung des Urheberrechts müsse mit der Entwicklung von geeigneten Bezahlmodellen einhergehen. Wobei, wie Jan Engelmann von Wikimedia Deutschland einwendete, der Schutz des kreativen Werkes allein dem Urheber noch keine Vergütung garantiere.

Der jährliche Schaden durch illegale Downloads könne kaum gesichert berechnet werden, sagte Dr. Holger Enßlin von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Man wisse zum Beispiel nicht, ob der jeweilige Nutzer das Produkt auch gegen Geld heruntergeladen hätte. „Es geht um mehr als 20 Mrd. Euro jährlich allein in Deutschland“, schätzte er schließlich. Da sei es gut, wenn Gerichtsverfahren wie der ebenfalls heute in Leipzig eröffnete Prozess gegen den Kino.to-Gründer zeigten, dass bestimmte Dinge tatsächlich illegal seien und dass man auch erwischt werde.

Und endlich werde in der Diskussion auch die Urheberseite wahrgenommen, die das Recht habe, für kreative Inhalte entlohnt zu werden.

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