ICANN veröffentlicht neue Adressendungen im Internet

Köln – Ob die Endung .de, .com oder .net heißt – die beliebtesten Adressendungen bekommen jetzt Konkurrenz: Unternehmen und Organisationen konnten seit Anfang 2012 eine eigene Top Level Domain nach dem Muster .unternehmen, .stadt oder .marke beantragen.

Heute hat ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) die rund 1900 Bewerber der ersten Runde und ihre Wunschadressen veröffentlicht. Noch steht allerdings nicht fest, wer den Zuschlag erhält: ICANN prüft in den nächsten Monaten, ob die Bewerbungen die strengen Voraussetzungen erfüllen. Für einige Top Level Domains gibt es ein enormes Interesse. Zudem zielen 751 Bewerbungen auf eine Endung, die mehrfach beantragt wurde.

„.app könnte das Potenzial zur neuen Killer-TLD haben: 13 Bewerbungen sind allein für diese Endung eingegangen. Das kann auch ein Hinweis darauf sein, dass Unternehmen dem derzeitigen Trend folgen und ihre Online-Präsenzen stärker in Richtung Apps ausbauen werden.

Internetadressen wie www.unternehmen.app könnten beispielsweise direkt zur entsprechenden Applikation in den Stores führen“, sagt Rechtsanwalt Thomas Rickert, Direktor des eco Names & Numbers Forums. „Der Nutzer hätte dann über den gewohnten Weg der Internetadresse sehr einfachen Zugriff auf die Apps von Unternehmen.“ Weitere begehrte Begriffe sind .home und .inc mit jeweils elf Bewerbungen.
eco schätzt, dass sich etwa 1100 Bewerbungen auf Marken-Top-Level-Domains beziehen. Für so genannte Community TLDs wie .hiv sind 84 Bewerbungen eingegangen, um geoTLDs nach dem Muster .region oder .stadt haben sich 66 Interessenten beworben.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie die Konkurrenzsituation um begehrte TLDs aufgelöst wird. Die von ICANN veröffentlichte Liste lohnt eine genauere Auswertung, da sie Rückschlüsse darauf zulässt, wie sich das Internet nach diesem historischen Tag verändern wird. Auch wird sich zeigen, ob ICANN tatsächlich das Ziel erreicht hat, für mehr Wettbewerb und Wahlmöglichkeiten für Nutzer zu sorgen und ob der Nutzer tatsächlich von der Erweiterung des Namensraums profitiert hat.